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Microsoft Wireless Desktop 2000 im Test
08.06.2012 - 08:00

Auf dem Markt gibt es unzählige Mäuse und zugehörige Tastaturen. Sie reichen von der günstigen Discounter-Kombi bis hin zu richtigem Gaming-Equipment für Profis und natürlich für hobbymäßige Spieler. Für was man sich an dieser Stelle entscheidet, hängt vom eigenen Interesse ab. Heute bieten wir unseren Lesern einen Test einer verhältnismäßig günstigen Maus/Tastatur-Kombination.

Wir sprechen vom Microsoft Wireless Desktop 2000 Set - bereits für knapp 30 € bekommen wir hier eine kabellose Maus und Tastatur. Wir schauen uns die Qualität, die Eignung für den Alltag und sogar den für solche Sets eher untypischen Gaming-Einsatz an. Darüber hinaus verraten wir Euch, ob sich ein Kauf lohnt und wenn ja, für wen.


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Danksagung

Wir danken der Firma Microsoft für die schnelle und unkomplizierte Bereitstellung des Testsamples.










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Lieferumfang, Anschluss und Software



Das Microsoft Wireless Desktop 2000 Set kommt in einem für Microsoft typischen roten Karton. Auf übermäßigen Prunk verzichtet man und hält alles recht einfach. Der sehr übersichtliche und aufgeräumte Inhalt besteht neben Maus und Tastatur noch aus dem Wireless-Adapter, jeweils 2x Batterien (AA 1,5V, AAA 1,5V) für die beiden Eingabegeräte, Handbücher und die benötigte Software.

In dem mitgelieferten Handbuch finden sich Beschreibungen in verschiedenen Sprachen, darunter Deutsch, Englisch und Italienisch. Leider sind hier allerdings nur die üblichen Sicherheitshinweise zu finden. Weiterführende Informationen fehlen gänzlich.

Anschluss

Für den Anschluss an den verwendeten PC muss lediglich der Wireless Adapter in einen freien USB-Anschluss eingesteckt werden. In unserem Test stellten wir fest, dass die Funktionen der Maus sowie Tastatur ohne vorherige Installation von Treibern bereits im BIOS bzw. bei der Installation von Windows funktionieren - schön. Auch im Windowsbetrieb selbst ist im Prinzip keine Installation der mitgelieferten Treiber bzw. Software wirklich notwendig. Wer die Peripherie allerdings detaillierter einstellen möchte, wird nicht darum herum kommen.


Die Wireless-Verbindung ist per AES 128 Bit verschlüsselt, sodass niemand die Eingaben abgreifen kann. Das ist besonders für Menschen ein Vorteil, die viel mit wichtigen Daten arbeiten, diese schützen möchten und Mitarbeitern oder Nachbarn eventuell misstrauen.


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Software

Die mitgelieferte Software integriert sich nahtlos in das System und erweitert den ohnehin in der Systemsteuerung vorhandenen Punkt "Maus" um verschiedene Funktionen. Beispielsweise lassen sich Rechts - und Linkstaste sowie dem Mausrad auch andere Funktionen zuführen als die Üblichen. Das umfasst zum Beispiel Ausschneiden, Mittelklick, Maximieren, Minimieren usw. Der Bildvorlauf bei Benutzung des Mausrads lässt sich ebenso einstellen, hier sind verschiedene Werte für den horizontalen und vertikalen Bildvorlauf möglich.




Auch lassen sich den drei Tasten Programme zuordnen, die sich dann mit einem Klick auf die entsprechende Taste öffnen.

Ebenso verhält es sich mit der Software der Tastatur. Insbesondere die Zusatztasten an der Oberseite lassen sich konfigurieren und auch anderen Zwecken als dem Ursprünglichen zuführen. So lässt es sich auch mit den bei gleichzeitig gedrückter Fn-Taste aktivierbaren Funktionen auf den Tasten F1 - F12 machen.

Als besonders nützlich entpuppt sich hier eine Anzeige, die eingeblendet wird, sobald die Feststelltaste aktiviert/deaktiviert wird. So ist die Gefahr eines ungewollten Großschreibens niedrig. Ebenso verhält es sich mit der Lautstärke. Wird sie mit den entsprechenden Tasten geregelt, erscheint auch hier eine Meldung auf dem Bildschirm, die den Nutzer informiert.

Insgesamt eine für ihre Zwecke gut gemachte Software, die die Menüs für Maus und Tastatur sinnvoll erweitert.













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Grundsätze

Maus: Grundsätze

Die Maus ist in Schwarz gehalten und setzt auf ein sehr minimalistisches Design. Neben der Rechtstaste, Linkstaste und dem Mausrad gibt es keine zusätzlichen konfigurierbaren Tasten. Auch verzichtet man hier zielgruppenbedingt auf eine besondere Ergonomie.

Für die Oberseite und die Maustasten verwendet man ein leicht raues, gut zu fassendes Plastik. Der Rumpf wird ebenso von Plastik umschlossen, allerdings handelt es sich hier um mattes Material, das Ähnlichkeit mit gummiertem aufweist. Kratzt man ein wenig daran, entstehen Verschmierungen, die sich allerdings wegwischen lassen. Alles in Allem fühlt sich das verwendete Material sehr wertig an und die Maus leistet sich keine groben Schnitzer in der Verarbeitung.

Die Unterseite der Maus ist einen Blick wert. Hier befindet sich die Klappe zum Einsetzen der Batterien (2xAA 1,5V). Interessanterweise gibt es in der Klappe außen eine Vertiefung zum Einsetzen des Wireless-Adapters, damit dieser beim Mitführen nicht verloren geht - nützlich. Außerdem lässt sich hier der Schalter zum Ein - und Ausschalten des Geräts finden. Zur Abtastung nutzt die Maus Microsofts hauseigene BlueTrack-Technologie anstelle eines normalen Lasers. Diese soll eine verbesserte Nutzbarkeit auf normalerweise ungeeigneten Materialien wie beispielsweise Glas garantieren und natürlich ein störungsfreies und leichtes Arbeiten ermöglichen. Diese Technologie kombiniert eine Lichtquelle, hier blau, mit einem Laser und sorgt so für eine weitaus empfindlichere Abtastung.


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Tastatur: Grundsätze

Ebenso wie die Maus ist auch die Tastatur in Dunkel gehalten und auch hier verzichtet Microsoft - wegen der Zielgruppe, die keine benötigt - bis auf eine leichte und wirklich angenehme Wölbung der Tasten in der Mitte weitgehend auf großartige Ergonomie.

Die mitgelieferten AAA 1,5V Batterien werden in einem Fach unter einer Klappe auf der Unterseite der Tastatur eingesetzt. Daneben befindet sich - auch hier - eine Vertiefung für den USB-Empfänger. So kann man ihn bequem dort einsetzen und leicht mitnehmen, ohne ihn zu verlieren. Die Tatsache, dass eine solche Vertiefung auch bei der Maus vorhanden ist weist darauf hin, dass Microsoft sich Gedanken gemacht hat. So kann der Adapter auch bequem mitgeführt werden, wenn man nur ein Element des Sets nutzt. Dies zeigt unseres Erachtens besondere Kundenfreundlichkeit.

Bei den Funktionen ist die Tastatur sehr freigiebig: Ein Otto-Normalverbraucher wird hier nichts vermissen. Den Tasten F1 - F12 sind verschiedene Funktionen wie Drucken, Speichern, Zurück, Öffnen und andere zugeordnet, die bei gleichzeitigem Drücken der Fn-Taste aktiviert werden. Darüber finden sich Tasten für verschiedene zusätzliche Funktionen wie Home (Browser), Favoriten (Browser) oder Vergrößern und Verkleinern. Auch die Lautstärke lässt sich bequem über eigens dafür vorgesehene Knöpfe regeln. Rechts findet sich außerdem eine Taste, die auf Knopfdruck den Rechner öffnet. Für Büroarbeiter sicherlich nützlich.


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Maus und Tastatur im Praxistest

Maus in der Praxis

In unserem Praxistest schlägt sich die Maus weitgehend gut. Wenn man die Maus zunächst in die Hand nimmt fällt auf, dass sie sich sowohl mit Rechts als auch mit Links gleichermaßen gut greifen lässt. Die Maus ist aufgrund fehlender Ergonomie nicht für die eine oder die andere Hand optimiert und ist daher von beiden Parteien zu gebrauchen. Viel mehr ein Nebenprodukt der Sparlinie als ein Feature.

Die ab Werk eingestellte Abtastung, deren Ausbaustufe 1000DPI beträgt, entpuppt sich subjektiv als nicht zu empfindlich und nicht zu stumpf. Besonders ausladende Bewegungen sind nicht nötig, hier reichen wenige Zentimeter um jeden Punkt auf dem Desktop zu erreichen. Dank der nicht vorhandenen Kabel hat man hier auch nicht die Nachteile der selbigen zu ertragen - man kann mit der Maus schnell und ohne Bindung flitzen. Benutzbar ist die Maus auf vielerlei Oberflächen - die BlueTrack-Technologie leistet ganze Arbeit und garantiert nach unseren Erfahrungen ein Benutzen auf rauem Glas, Holz, rauen Plastikoberflächen und sogar unserem Monitor.

Die Maustasten jedoch könnten einen anderen Druckpunkt vertragen - hier muss der Nutzer eine Spur zu wenig Kraft aufbringen, sodass es passieren kann, dass man aus Versehen klickt.

Besonders negativ fiel auf, dass die Maus in einigen Situationen unverkennbar und bei längerer Benutzung reproduzierbar hakt. Dies passiert zufällig, jedoch nicht besonders oft. Ein kleiner Wermutstropfen, denn trotz der Seltenheit dieses Phänomens ist das störend.

Im Gamingeinsatz schlägt sich die Maus solide. Im Vergleich zu anderen Mäusen fiel uns ein sehr geringer, durch die Funkübertragung bedingter Inputlag auf - dieser würde die Mehrzahl der Käufer nicht stören und wahrscheinlich nur Profispielern sauer aufstoßen, diese benutzen jedoch ohnehin teurere und spezialisierte Gaming-Mäuse. Man kann mit ihr spielen, jedoch fehlen die für die Gaming-Tasten charakteristischen Zusatztasten und man sollte keine Wunder erwarten. Wenn man damit leben kann, sollte die Maus für normale Spieler ausreichen. Zu diesem Ergebnis kamen wir mit Hilfe von Crysis und The Elder Scrolls V: Skyrim.


Tastatur in der Praxis

Die zugehörige Tastatur empfinden wir als sehr gut zum Schreiben. Alle Tasten funktionieren anstandslos und auch bei schnellem Tippen konnten wir weder ein Nichtreagieren noch jegliche Fehler feststellen.

Bekannte Fehler bei Tastaturen sind Ghosting und Jamming. Zunächst erklären wir diese Begriffe. Unter den Begriff "Ghosting" versteht man das Problem, dass auf einer Tastatur einige Tastenkombinationen nicht mehr funktionieren, wenn man versucht mehrere Tasten zeitgleich zu drücken. Lokalisiertes und zudem logisches Problem stellen hier eigentlich alle Tastaturen da, dessen Verschaltung auf einer Spalten-Zeilen-Matrix basieren. Hierbei zeigen sich die Phänomene, dass sich bestimmte Tasten nicht oder nur sehr träge drücken lassen, oder eine Taste aktiviert wird, die garnicht gedrückt wurde (Ghost). Um ein Beispiel zu nennen: Wenn man die Tasten A und W gedrückt hält und versucht mit Q eine weitere Funktion aufzurufen so wird dies in den meisten Fällen ebenso verschalteter Modelle nicht gehen, oder es wird der Versuch mit der Taste S quittiert. Gefühlt sind die gedrückten Tasten in dem Moment nicht mehr existent (Jamming) oder wie von "Geisterhand", werden andere Tastenaktionen gestartet, welche nicht gewollt waren.

Im Bereich des Marketing werben die Hersteller oftmals mit Anti-Ghost-Technologie, was jedoch nicht bedeutet muss das dieses Problem garnicht mehr auftritt, sondern hier wird meist auf favorisierte Tastenbereiche oder bestimmte Tastenlimits gesetzt. So kann sich das Anti-Ghosting auf die Tasten der WASD beschränken oder auf die maximale Anzahl der gleichzeitig zu klickenden Tasten.

Die Ursache dieses Problems liegt in der Schalt-Matrix der Tastatur: So ist es Gang und Gebe, dass man nicht jedem einzelnen Kontakt (Taste) eine separate Leitung zur Klick-Auswertung spendiert, sondern dies in Form von Spalten und Zeilen ermittelt. Beim Drücken einer Taste erkennt hierbei ein Controller das sich ergebene Muster (Pattern) anhand der kurzgeschlossenen Spalten und Zeilen und kann diese entsprechend interpretieren da es hier eine direkte Zuordnung gibt.

Um ein Vorhandensein einer sinnvollen Verschaltung gegen Ghosting und Jamming zu testen, schreiben wir folgenden Satz, der alle Buchstaben des englischen Alphabets enthält, mit beiden Shifttasten gedrückt:

THE QUICK BROWN FOX JUMPS OVER THE LAZY DOG

Das Ergebnis der Microsoft Wireless Desktop 2000 Tastatur sieht so aus:



Dem gegenüber steht das Ergebnis einer Logitech G19:



Hierbei kann man also nicht wirklich meckern, machte an dieser Stelle doch nur das C Probleme. Die teurere Logitech G19 dagegen bietet einen Totalausfall. Unsere Microsoft Tastatur wies zudem kein Ghosting auf und lieferte nur jene Tasten aus, die auch gedrückt wurden.

Nachdem wir dies nun festgestellt haben, kommen wir zu den weiteren Dingen. Das Geräusch der Tasten gestaltet sich laut, allerdings entsteht hier kein "Kloppen", wie es bei zum Beispiel bei einem Notebook aufgrund sehr flacher Tasten der Fall ist. Störend ist es nicht. Die Leertaste gibt ein wunderbares Feedback und streikt beim Schreiben ebenfalls nicht. Auch die Funkübertragung macht sich gut und es gibt keine Verzögerungen wie jene, an denen die Maus krankt.
Das Handgelenk ruht hierbei auf einem großzügigen Streifen unter den Tasten, welcher eine netzartige Rasterung aufweist. Das fühlt sich sehr angenehm an und wirkt fast massierend, sodass dass der Nutzer auch bei längerem Schreiben keine Schmerzen bekommen sollte.

Die Zusatztasten an der Oberseite sind sehr praktisch und sparen Zeit und Nerven. Durch einen Druck auf die erste Taste im Bunde kehrt man im Browser zum Home zurück, andere Tasten sorgen zuverlässig für die Lautstärkeregulierung und wieder andere Stoppen und Spulen gerade laufende Musik oder Filme.
Das kann man auch von den per Fn-Taste aktivierbaren Zusatzfunktionen behaupten. Diese sind für die meisten Normalverbraucher eher belanglos, für Bürokräfte jedoch von Vorteil. Sie öffnen im Browser neue Tabs, öffnen Dateien, rufen E-Mail Programme auf oder speichern Dokumente, an denen man gerade arbeitet. Auch für uns Tester entpuppen sich diese Funktionen als gut und sinnvoll.











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Fazit


Mit dem Wireless Desktop 2000 Set hat Microsoft eine hochwertige und für den Alltag absolut geeignete Kombination auf den Markt gebracht. Für Schreibtischtäter zahlt sich die mit 128 Bit verschlüsselte und äußerst einfach einzurichtende Wireless-Verbindung aus. Die fehlenden Kabel garantieren im Falle der Maus ein freies Gleiten und verhindern Ärger mit aufgerollten oder mit anderen verschlungenen Kabeln.

Leider funktioniert die Funkübertragung der Maus nicht ohne ein seltenes Haken, was wir von der Tastatur nicht behaupten können. Sie tut was sie soll und bietet dank leichter, mittiger Wölbung der Tastenreihe und einer Auflage für die Handgelenke ein angenehmes Gefühl beim Schreiben. Besonders angetan waren wir von der wirklich guten Verarbeitung und Qualität der einzelnen Elemente des Sets - hier passt alles bis auf den letzten Millimeter und gibt dem Käufer das Gefühl, etwas für sein Geld zu bekommen.


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Auch Gelegenheitsspieler und in diesem Punkt nicht besonders anspruchsvolle User mit Hang zum Sparen sollten sich hieran erfreuen können. Echte Gamer greifen zu teurerem Gaming-Equipment.

Für eine unverbindliche Preisempfehlung von 39,99 € können wir dieses Set uneingeschränkt für alle Arbeitenden und Normaluser empfehlen.



  • 128 Bit Verschlüsselung
  • Allseits gute Verarbeitung
  • Viele Zusatztasten an Tastatur
  • Maus mit Links und Rechts nutzbar
  • Fairer Preis




  • Mausrad besitzt keine Riffelung
  • Maus hakt manchmal
  • Tastatur etwas laut (klackern)


    Awards:






    Links zum Produkt





  • Florian Böhringer


    gedruckt am 01.09.2014 - 15:37
    http://www.tech-review.de/include.php?path=content/content.php&contentid=15072