
LC-Power Cosmo Cool 120 X3: Im TRV-Test
Manch einem mag wahrscheinlich der Name LC-Power mit minderer Qualität in Erinnerung sein, aber dieses Image möchte der Hersteller bereits seit längerem ablegen. Dass dies gut funktioniert, zeigte sich bereits unter den Netzteilen mit der Gold-Serie, welches eine solide Qualität zu einem guten Preis bietet. Auch bei den Kühlern hat der Hersteller einige neue Modelle veröffentlicht und neben Einsteigermodellen außerdem ein Oberklassemodell, den Cosmo Cool 120 x3, welchen wir uns dieses Mal näher anschauen werden. Bereits die Eckdaten sind beeindruckend: Drei Lüfter in 120 Millimeter Ausführung, ein Dualtower, sechs Heatpipes und eine kupferne Bodenplatte.
Dass alles kombiniert soll für LC-Power eine neue Ära bedeuten, weg vom Image eines Billiganbieters hin zu dem eines "normalen" Herstellers. Sowohl äußerlich, als auch mit herausragenden Messwerten soll das Topmodell punkten und indirekt auch eine ernsthafte Herausforderung für die bereits etablierten Anbieter sein. Wie gut das letztendlich funktioniert, lest ihr auf den folgenden Seiten.
Viel Spaß wünscht euch die TRV-Redaktion!
Technische Daten
Cosmo Cool LC-CC-120-X3 |
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Lüfteranzahl | 3 x 120 mm |
Lüfterdrehzahl | 600 - 1800 U/Min |
Anschluss | 4 Pin PWM |
Anzahl Heatpipes | 6 |
Sockelunterstützung AMD | AM2 - AM3+; FM1 - FM2+ |
SockelunterstützungIntel | 775, 1150 - 1156, 1366, 2011(-3) |
Maße inkl.Lüfter (in mm) (LxBxH) | 170 x 140 x 158 |
Gewicht inkl. Lüfter | 1170 g |
Preis | ca. 70 € |
Wie bereits eingangs erwähnt, sind die Eckdaten wirklich beeindruckend. Ganze drei 120 Millimeter-Lüfter, gepaart mit der monströsen Länge von 170 Millimeter, lassen auf beeindruckende Werte hoffen und lässt zugleich die Kompatibilität zu hohem RAM verschwinden. Unterstützt wird das gesamte System von sechs Heatpipes, welche durch die Bodenplatte in die beiden Kühltürme geleitet werden. Das dafür notwendige Gewicht sollte natürlich nicht unterschätzt werden, beträgt es doch fast 1,2 Kilogramm.
Montiert werden kann der Cosmo Cool 120 x3 auf faktisch allen gängigen Intel und AMD Sockeln, Intel ab dem 775, unter AMD ab dem AM2. Die einzige Ausnahme ist wenig verwunderlich der AM1-Sockel, welcher für Low-Budget-Projekte ausgelegt ist und so überhaupt nicht in das Anwendungsgebiet dieses Kühlers hier passt.
Der Preis ergibt sich nun natürlich aus den oben angeführten Daten, 70 Euro sind tatsächlich eine gesalzene Investition, die sich ein Käufer oftmals drei Mal überlegt. Hier muss das Gesamtpaket überzeugen und darf nirgends wirklich durchfallen, um eine Empfehlung zu erhalten.
Lieferumfang
Die Verpackung fällt gemessen an der Größe des Kühlers eher kompakt aus, das zeigt sich auch beim Öffnen, da der Kühler an der Vorder- und Rückseite den Karton fast berührt. Vorne befindet sich ein großes Bild des Kühlers, dazu die Produktbezeichnung, die wichtigsten Features und der Hinweis, dass es sich um einen Kühler für Intel und AMD Sockel handelt. Auf der Rückseite sind die Features anhand einer Abbildung erklärt. Links befinden sich die technischen Daten in Englisch, rechts in deutscher Sprache. Generell ist die Verpackung zweisprachig ausgeführt.

Im Lieferumfang finden wir eine Montageanleitung und die dazugehörigen Teile für die Montage auf Intel- und AMD-Sockeln, dazu passend eine Wärmeleitpaste in einer Spritze und ein Drei-auf-Eins Adapter für die Lüfter, dieser ist natürlich in 4-Pin PWM ausgeführt. Kritikpunkte an der Verarbeitung jener Teile finden wir nicht.
Die Verpackung und Umfang fällt entsprechend des Preises normal aus, aber leider vermissen wir zusätzliche Beigaben. Sehen wir uns den Kühler selber auf der nächsten Seite an!
Details
Groß, größer, X3. Recht viel mehr braucht es wohl nicht, um die gewaltigen Abmessungen zu beschreiben, durch welche der Kühler aus der Masse herausstechen will und so gleichzeitig auch in Sachen Leistung extreme Werte erreichen soll. Der Namenszusatz 120 x3 soll dabei auf die Lüfter hinweisen, diese sind 120 Millimeter groß und in dreifacher Ausführung vorhanden. Durch die schiere Anwesenheit jener, wirkt der Kühler gleich größer und imposanter, was auch der Farbgebung zu verdanken ist. Die hauseigene Airazor-Serie wird dabei verwendet, deren Rahmen weiß ist. Allerdings wurden alle Lüfter mit einem schwarzen Rahmen aus elastischem Kunststoff für die Schwingungsdämpfung ausgestattet. Für die gemeinsame Steuerung über ein PWM-Signal kann der 3-auf-1 Adapter verwendet werden, welcher bei uns auf Anhieb im Testsystem funktionierte.
Lamellen sind, wenig überraschend, viele vorhanden und teilen sich in den beiden Kühltürmen auf. Die Größe erscheint uns sinnvoll, dagegen hätten wir uns etwas mehr Materialstärke gewünscht, die Lamellen sind uns doch eine Spur zu dünn, verwendet wird Aluminium. Die Entgratung dagegen ist sehr gut. Abschließend wird noch eine dicke Deckel-Platte verbaut, in welcher das Logo der Cosmo Cool Serie eingraviert ist. Unter der Platte enden die Heatpipes, daher stehen diese oben nicht heraus und sorgen so für eine saubere Optik. Leider ist das Ganze ein Magnet für Fingerabdrücke, welche zu einer nicht gerade hübschen Verfärbung führen. Sind hier die Kanten nicht ganz sauber geschliffen worden, Verletzungsgefahr besteht aber ausdrücklich keine. Positiv ist hingegen, dass diese zusätzliche Abschlussplatte nicht nur der Optik dient, sondern auch die beiden Kühltürme zusammenhält und stabilisiert.
Die Bodenplatte besteht aus Kupfer, welche nicht vernickelt wurde. Verarbeitungstechnisch können wir uns über die Kontaktfläche nicht beklagen, diese weist keine Unebenheiten oder sonstige Fehler auf. In Hinblick auf den Preis von immerhin 70 Euro wäre aber eine Vernickelung ohne Probleme machbar gewesen. Auf der Bodenplatte sitzen noch zusätzliche Kühlelemente, welche ebenfalls noch zur Steigerung der Performance beitragen sollen.
Die Heatpipes, sechs an der Zahl, bestehen aus Kupfer, wurden aber an dieser Stelle vernickelt oder mit einer andere Legierung versehen, hier können wir uns nicht beklagen.
Zusammenfassend sind wir mit der Verarbeitung zufrieden, größere Schwachstellen leistet sich LC Power hier nicht. Trotzdem müssen wir die geringe Materialstärke der Lamellen und die etwas schlechte Verarbeitung der dickeren Zierplatte oben kritisieren, einhergehend mit der Bodenplatte aus Kupfer, welche sich schlechter reinigen lässt als die vernickelten Pendanten.
Montage

Rein theoretisch wäre die Montage durchaus gut gelungen, hätte LC-Power an zwei kritischen Stellen nicht gepatzt. Mehr dazu im folgenden Text.
Zuerst wird die Backplate vorbereitet, dazu müssen an den richtigen Stellen kleine Schrauben angebracht werden und hier tritt eines der Probleme auf. Die Anleitung ist zwar bebildert, jene Zeichnungen sind aber viel zu klein geraten, um Details darauf erkennen zu können. Bei der Backplate hat LC-Power Glück, dass auf dem Bauteil selbst beschrieben ist, wo und wie die Schrauben angebracht sind. Auf jene werden nun jeweils eine Mutter aufgeschraubt, auf welche wiederum die Dichtringe für den jeweiligen Hersteller aufgeklebt werden. Nun ist die Backplate bereit und wird von hinten auf das Motherboard gesteckt und auf der Vorderseite mittels der Ansatzbolzen fixiert. Folgend sind die Befestigungsschienen für Intel und AMD zu montieren, hier stellt sich die Anleitung durch ihre sehr kleinen Bilder als echtes Hindernis heraus, da die Schienen nur in eine Richtung angebracht werden dürfen, um den Kühler selbst befestigen zu können. Die Ausrichtung muss aus dem Bild abgeschaut werden, da im Text nichts dazu steht. Der Redakteur konnte dies nur mit dem richtigen Lichteinfall erkennen. Natürlich durfte man nicht vergessen nun die Wärmeleitpaste aufzutragen und die Schutzfolie von der Kontaktfläche abzuziehen. Abschließend wird noch der Kühler montiert und hier tut sich nun der für uns unschlüssigste Punkt auf. Der Haltebügel, im Handbuch "Lüfterbefestigungsschiene" genannt, soll mit zwei Federschrauben an den Befestigungsschienen festgemacht werden.
Nur ist die Deckplatte leider im Weg. In den Augen des Redakteurs wirkt es, als wäre diese erst nachträglich, nachdem die Montagesets bereits final waren, an den Kühler angebracht worden. Natürlich kann dieser Eindruck täuschen, aber durchdacht wirkt diese Stelle auf jeden Fall nicht. Da es uns nicht möglich war, einen geeigneten Schraubendreher zu finden oder die Schraube so festzuziehen, da hier durch die Schräglage das Kreuz am Schraubendreher keine Biss mehr hat und durchrutscht, entfernten wir kurzerhand die Platte. Das geht sehr einfach mit einem Sechskant-Imbusschlüssel, folgend musste nur noch der Kühler mit dem Haltebügel selbst befestigt werden. Dies geschieht dafür recht einfach und schnell, im Sinne der Authentizität wurde die Deckplatte für die Benchmarks natürlich wieder angebracht.
Wir hätten an dieser Stelle redaktionsintern folgende Idee: Die Platte wird nicht standardmäßig montiert, sondern "nur" beigelegt, um nachfolgend mit einem Sechskant-Imbusschlüssel montiert zu werden. Oder es sind zwei entsprechende Bohrungen vorhanden, durch welche ein schmaler Schraubendreher ohne Probleme passt, damit dieser die Schrauben festziehen kann.
Die Kompatibilität zu hohem RAM ist durch die Länge des Kühlers nicht gegeben. Selbst im letzten, vierten Slot lassen sich bei beliebten horizontalen Ausrichtung kein RAM-Riegel mit hohen Kühlkörpern verbauen.
Die Montage hinterlässt einen schlechten Eindruck, auch wenn durchaus gute Ansätze vorhanden sind. Die zu kleine bebilderte Anleitung erschwert an zwei kritischen Stellen den Einbau erheblich und genau dort ist auch der Begleittext leider nicht gerade hilfreich. Der größte Kritikpunkt bleibt aber definitiv die Deckplatte, welche sich im Weg für den Schraubendreher befindet. Vielleicht haben wir auch nicht den richtigen Weg gefunden, um den Schrauben festzuziehen, nur wenn schon ein geübter Redakteur hier mit Problemen zu kämpfen hat, werden auch Käufer sicherlich ihre Probleme bekommen.
Testverfahren
Der Test wird in einem offenen Testsystem durchgeführt, Gehäuselüfter fallen daher weg. Die Umgebungstemperatur lag in diesem Test stetig um den Bereich von 23° Celsius.
CPU: | Intel Core i7 2600 @3,60 Ghz |
CPU-Kühler: | Siehe Test |
Mainboard: | Gigabyte GA-Z68XP-UD3 |
Arbeitsspeicher: | 2 x 4 GB Hynix 1600 Mhz |
Grafikkarte: | Intel HD Graphics 3000 |
SSD/ Festplatte:
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Kingston SSD370 MSata 32GB |
Netzteil: | Seasonic Platinum Fanless 400W |
Bildschirm:
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Belinea EnergyStar |
Um die Lautstärke möglichst differenziert zu messen, haben wir auf komplett passive Komponenten zurückgegriffen. Vor allem das Netzteil erweist sich hier gerne als Störfaktor, daher haben wir uns für ein passiv gekühltes Modell entschieden. Bei der Grafikkarte ging die Wahl zur internen Grafikkarte der CPU. Die ausgesuchte SSD besitzt zudem keine beweglichen Teile und ist damit komplett geräuschlos. Die Lautstärkemessungen haben wir mit Hilfe eines Voltcraft SL-100 durchgeführt, das Schallpegel-Messgerät wurde zudem in einem Abstand von 30 cm frontal zum Lüfter positioniert.
Die CPU wird mit Prime95 in Small FFTs belastet, damit lassen sich möglichst hohe Temperaturen erreichen und das volle Potenzial der Kühler austesten.
Temperaturen
Werfen wir doch nun einen Blick auf die Kühlleistung: Diese stellt natürlich eine der wichtigsten Kriterien beim Kauf eines Kühlers dar, der PC soll ja schließlich nicht überhitzen.
Ausgelesen werden die Werte parallel mit "Speedfan" und "HWMonitor", um einzelne Unregelmäßigkeiten eines einzelnen Programs ausschließen zu können.
Fast hätte man sich die Leistungskrone geholt, doch irgendwas scheint der Hersteller Cryorig beim H5 Universal richtig gemacht zu haben, diese Spitzenposition wird beinhart mit drei Grad Celsius Vorsprung auf dem Cosmo Cool verteidigt. Dafür lässt der Kühler von LC Power auch seinen nächsten Verfolger um ganze vier Grad zurück. Der Redakteur hätte sich hier die Pole-Position erwartet, aber der zweite Platz mit dementsprechenden Abständen ist auch ein sehr gutes Ergebnis.
Bei 75% PWM-Drehzahl sinkt die Temperatur um zwei Grad Celsius, was aber unter dem Schnitt anderer Kühler liegt. Damit fällt der Cosmo Cool 120 x3 auf den dritten Platz zurück, der Mugen Max gewinnt mit einem knappen Grad Celsius das Anrecht auf den zweiten Platz in unserer Liste. Der Abstand auf den vierten Kühler beträgt dabei allerdings immer noch zwei Grad.
Die Temperaturen bleiben gleich, was verwundert. Schließlich sollte bei steigender Drehzahl auch mehr Luft und damit mehr Abwärme weggeführt werden. Somit bleibt der Cosmo Cool 120 x3 auf dem dritten Platz und der Abstand zum viertplatzierten beträgt wie bei 75% PWM-Drehzahl auch ein Grad Celsius. Eine Vermutung ist, dass die drei Lüfter sich gegenseitig im Luftzug behindern und so der Luftdurchsatz nicht im passenden Maß gesteigert werden kann.
Zusammenfassend kann man sagen, dass der Kühler eine sehr gute, wenn auch nicht makellose Performance zu Tage bringt. Die Temperaturwerte sind hier vor allem im niedrigeren Drehzahlbereich ausgezeichnet, auch wenn die Pole-Position verwehrt bleibt. Mit steigendem PWM-Signal fällt der Kühler auf den dritten Platz zurück und bei selbst maximaler Drehzahl bleibt die Temperatur gleich.
Lautstärke
Schauen wir einmal, welcher Kühler im Vergleich der Lautstärke die besseren Resultate liefert. Vorab eine kleine Definition zur besseren Einordnung:
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Ein Wort noch, bevor wir auf unsere Werte zu sprechen kommen: Die automatische Regelung der Lüfter im Leerlauf funktionierte nicht. Daher liefen allen drei Lüfter ständig auf maximaler Drehzahl, was in einer dementsprechenden Lautstärke resultiert. Auch wenn wir nur einen einzigen Lüfter direkt am Mainboard angeschlossen hatten, kam es zu keiner Regelung. Manuell über das von uns verwendete Programm SpeedFan funktionierte die Einstellung des PWM-Signals ohne Probleme. Daher empfehlen wir, den Kühler manuell zu regeln. Als Problem sehen wir hier nicht das von uns verwendete Mainboard des Herstellers Gigabyte, sondern die Lüfter selber, da die automatische Regelung bei allen anderen Kühlern bisher ohne Probleme klappte.
Waren wir eben noch bei den Temperaturen begeistert, zeigt sich hier eine Kehrseite der Medaille. Bei 50% PWM-Drehzahl werden schon 39 dB(A) erzeugt, was eindeutig zu laut ist. Andere Kühler erreichen auch mit der höchsten Einstellung keine derartigen Werte.
Die Leistungssteigerung wird auch mit gesteigerter Lautstärke quittiert. Ein Zuwachs von fast 8 dB(A) ist nicht zu unterschätzen und bedeutet mehr als eine Verdoppelung des Schalldrucks. Andere Kühler sind hier zum Teil noch leise oder zumindest nicht störend laut.
Recht viel müssen wir hier hoffentlich nicht mehr sagen, oder? Es ist schlicht laut und ist darüber hinaus selbst durch unsere getragenen Kopfhörer wahrzunehmen. Des Weiteren wird auch keine Senkung der Temperatur erreicht. Der hier abgebildete Wert entspricht im Übrigen auch dem, welcher ohne Eingreifen in die Lüftersteuerung erzeugt wird, auch im Leerlauf oder bei geringer Last.
Tuning-Tipp
Wie auch bei den anderen Kühlern überprüfen wir, ob sich der Lüfter innerhalb der vom Hersteller vorgegebenen Spezifikation betreiben und wie weit nach unten sich die Drehzahl senken lässt. Bei dem LC Power Cosmo Cool 120 x3 lassen sich die Lüfter auf 34% PWM-Drehzahl senken. Unter Prime95 wurde so die Temperatur auf 62 gehalten, die Lautstärke sank auf unter knapp 34 dB(A). Das ist ein wirklich guter Wert, allerdings ist dafür eben manuelles Eingreifen des Nutzers erforderlich und das wird eine größere Anzahl an Nutzern höchst wahrscheinlich nicht tun. Möglich ist es aber!
Trotz allem ist die Lautstärke nicht zufriedenstellend, jene ist auf allen Einstellungen zu hoch und schon im störend lauten Bereich. Die einzige Möglichkeit ist, manuell einzugreifen, was dafür aber erstaunlich gut funktioniert.
Katharina Sternbauer meint

Es fällt dem Redakteur schwer, hier wirklich einmal ein stark kritisierendes Urteil fällen zu müssen, da sich doch so viele gute Ansätze und Vorhaben im Kühler entdecken lassen.
Allen voran sind die saubere Verarbeitung und die gute Optik zu nennen, welche zuerst einen positiven Eindruck hinterlassen haben, obwohl wir etwas mehr Materialstärke an den Lamellen vermissen. Alle drei Lüfter sind durch einen Gummirahmen entkoppelt und lassen sich mit einem Drei-auf-Eins Adapter an einem 4-Pin PWM-Anschluss betreiben. Die Dokumentation über den Kühler ist sehr gut, sowohl in Deutsch als auch in Englisch. Auch die Kühlleistung hat uns sehr positiv gestimmt, vor allem bei minimaler Drehzahl offenbart sich das wahre Potenzial des Kühlers. Hier weisen wir erneut auf unseren Tuning-Tipp hin, der Käufer sollte die Lüfter so weit möglich herunterregeln. Leichte Einbußen bei der Kühlleistung, ein Grad Celsius mehr, sind nichts im Vergleich zur Senkung der Lautstärke auf unter 34 dB(A), was einem sehr angenehmen Niveau entspräche! Bei den Lüftern möchte wir positiv anmerken, dass diese von Haus aus sehr gut durch den Gummirahmen entkoppelt sind und dass sich alle Lüfter mit dem Adapter an einem einzigen Port betreiben lassen.
Trotz allem überwiegen für den Redakteur die negativen Eigenschaften, welche sich im Praxisbetrieb deutlich mehr für den normalen Käufer durchschlagen. Die nicht funktionierende automatische Regelung der Lüfter, egal ob einzeln angeschlossen oder im Verbund, führten zu einer extremen Lautstärke. Bei der uns getesteten minimalen PWM-Drehzahl von 50% ist der Cosmo Cool zu laut. Auch die Kühlleistung steigt bei der maximalen Drehzahl nicht mehr weiter an, wir vermuten, dass sich die Lüfter gegenseitig behindern, dagegen steigt die Lautstärke erneut.
Der zweite, große Kritikpunkt stellt die grundsätzlich gute, aber letztendlich äußerst umständliche Montage dar. Einerseits ist die zu klein geratene Anleitung, andererseits ist die mangelhafte Montagemöglichkeit des Kühlers selbst schuld. Bei ersteren lassen sich kritische Stellen in der Anleitung schlecht erkennen und/oder sind nicht an den Bauteilen schlüssig beschriftet. Bei letzterem hindert die große Zierplatte mit dem Logo die Verschraubung des Kühlers an den Befestigungsschienen, so dass wir diese Platte zuerst entfernen mussten. Das sollte natürlich bei einem Preis von 70 Euro nicht passieren, viele Hersteller beweisen außerdem, dass ein problemloser Einbau auch bei der Hälfte des Geldes möglich ist. Ein recht kleiner Kritikpunkt ist noch die kupferne Bodenplatte, bei dem Preis ist durchaus eine Vernickelung angebracht, außerdem lässt sich Kupfer etwas schlechter reinigen.
Letztendlich können wie den Kühler nur an Personen weiterempfehlen, welche selbst Eingreifen wollen, um die Lautstärke deutlich zu senken. Alle anderen sollten sich nach einem gleichwertigen Kühler umsehen, diese bringen dann aber vielleicht eine deutlich angenehmere Lautstärke bei nur leicht schlechteren Temperaturen mit sich, im Falle des Cryorig H5 sinken sogar beide Werte. Mut muss man den Ingenieuren aber definitiv zusprechen und wir sehen es positiv, dass ein High-End Produkt aus dem Hause LC-Power existiert. Ein Produkt mit hohem Potential, aber leider nicht 100% durchdacht. Schade.
- Positiv
- Ordentliche Verarbeitung
- Sehr gute Kühlleistung
- Gedrosselt leise und leistungsstark
- Lüfter sind entkoppelt
- Neutral
- Negativ
- Sehr laut ohne manuelles Eingreifen
- Automatische Regelung funktioniert nicht
- Wenig Materialstärke bei den Lamellen
- Sehr umständliche Montage
- Anleitung zu klein bedruckt
- Bodenplatte lässt sich vergleichsweise schlecht reinigen
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